Angesichts des Klimanotstands und neuer Umweltvorschriften haben Unternehmen der Veranstaltungsbranche keine Wahl mehr: Die Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks wird zu einer strategischen Priorität. Die CO2-Bilanz einer Veranstaltung ermöglicht es, die vor, während und nach der Veranstaltung verursachten Treibhausgasemissionen zu messen. Transport, Unterkunft, Verpflegung, Produktion, Abfall, Energie: Jeder Schritt hat messbare und optimierbare Auswirkungen.
In einem Umfeld, in dem CSR (Corporate Social Responsibility, soziale Verantwortung von Unternehmen) zu einer zentralen Säule der Unternehmensstrategie geworden ist, muss sich das Eventmanagement neu erfinden, um einen nachhaltigen, transparenten Ansatz zu integrieren, der den Erwartungen der Teilnehmer, Partner und der breiten Öffentlichkeit entspricht.
Die Frage lautet nicht mehr „Müssen wir handeln?“, sondern „Wie können wir den ökologischen Wandel im Veranstaltungsbereich beschleunigen?“, nachdem die Olympischen Spiele 2024 in Paris einen Wendepunkt in Sachen Umweltengagement markiert haben, indem sie eine Halbierung der CO2-Emissionen im Vergleich zu früheren Spielen anstreben. Dieses gemeinsame Ziel hat eine klare Botschaft gesendet: Die Veranstaltungsbranche muss ihre Praktiken unbedingt überdenken.
Unternehmen, die Veranstaltungen organisieren, können diese Ambitionen nicht einfach ignorieren!
DieADEME weist darauf hin, dass eine durchschnittliche Veranstaltung mit 1.000 Teilnehmern folgenden Verbrauch hat:
– 100 kg Papier, das entspricht 2 Bäumen, 30.000 Liter Wasser.
– 200 kWh Energie, das entspricht 3 Jahren Beleuchtung mit einer Energiesparlampe (15 W).
– 500 kg Abfall, was etwa dem Jahresverbrauch eines Franzosen entspricht. Wenn man von der Veranstaltungsbranche spricht, denkt man oft an die Organisation von Messen, Kongressen oder Ausstellungen, die sich an die breite Öffentlichkeit, Fachleute oder auch nur an die Mitarbeiter eines Unternehmens richten. Diese Formate haben jedoch sehr unterschiedliche Auswirkungen in Bezug auf die Umweltverschmutzung.
Veranstaltungen verursachen enorme Mengen an Treibhausgasen, vor allem durch die Anreise der Teilnehmer (Autos, Flugzeuge), den Stromverbrauch für Beleuchtung, Klimatisierung usw. Diese Emissionen tragen zur globalen Erwärmung und zur Verschärfung von Umweltproblemen bei.
Die CO2-Bilanz eines großen Festivals am Stadtrand, das innerhalb von vier Tagen fast 280.000 Besucher anzieht (wie das Festival des Vieilles Charrues in Carhaix), beläuft sich auf mehr als 15.000 Tonnen CO2-Äquivalent.
49,7 % der Emissionen entstehen durch den Transport der Festivalbesucher,
29,5 % auf den Transport der Werke, der Künstlerteams und die Logistik,
19,9 % auf Essen und Getränke,
0,9 % der Auswirkungen entfallen auf Merchandising, Strom und Abfall.
Quelle: The Shift Project. Décarbonons la culture !, 2021, S. 56
Veranstaltungen erfordern verschiedene Materialien wie Papier für Einladungen, Speisen und Getränke sowie audiovisuelle Geräte, was zu einem intensiven Verbrauch natürlicher Ressourcen führt.
Veranstaltungen verursachen eine beträchtliche Menge an Abfall, von Lebensmittelverpackungen bis hin zu Kommunikationsmaterialien. Dieser Abfall wird oft schlecht entsorgt und landet häufig auf Deponien, was zur Umweltverschmutzung beiträgt.
Bestimmte Ereignisse können lokale Ökosysteme stören, sei es durch die Belegung natürlicher Räume für temporäre Infrastrukturen oder durch die Störung der lokalen Fauna und Flora.
Daher sind die Messung und Reduzierung der CO2-Bilanz im Veranstaltungssektor unerlässlich, um diese negativen Auswirkungen zu minimieren. Veranstalter werden zunehmend dazu angehalten, umweltbewusste Praktiken anzuwenden, wie beispielsweise die Durchführung virtueller Veranstaltungen, die Reduzierung von Abfall und die Nutzung erneuerbarer Energien, um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern und die Umwelt zu schützen.




